Sonne
"Wenn meine Kraft erschöpft ist, kommt die aufgesetzte Fröhlichkeit, damit ich weiterhin positiv auf andere wirke."
Diese Malerin ließ sich anregen, nach Ansätzen für Veränderungen zu suchen, die sie selbst in der Hand hat.Zur Vorgeschichte:
Auf der Malerin hatte viel Druck gelastet, wenn sie an ein bevorstehendes Familienfest dachte. "Welchen Stress-Marathon ich zu Weihnachten wieder mitmachen werde", so etwa Besuche bei diversen Verwandten, Da-sein für Freunde und Bekannte, den Kindern und dem Ehemann ein schönes Fest bereiten...
"Um des lieben Friedens willen" ließ sie an sich zerren und wollte es allen recht machen.
In ihrer ersten Kunsttherapie-Sitzung war die Malerin überrascht gewesen, dass die anderen aus ihrem Bild das innere ZUVIEL erkennen konnten. Die Patientin sagte, sie könne ihre Panikattacken nun eher verstehen, weil sie möglicherweise das Ausmaß ihrer Belastungen bisher unterschätzt habe.
Bei diesem Bild wollte sich die Malerin jetzt auf die Frage konzentrieren, wie sie genau auf andere wirkt, was sie an sich mag, und was so bleiben solle wie es ist.
Als erstes malt die Patientin die warme, dichte Sonne mit den gelben Strahlen. Später fügte sie die weißen Strahlen hinzu. In der späteren Bildbesprechung sagte sie, die gelben Strahlen symbolisierten ihr Da-sein für andere: Hilfe anzubieten, sich für andere verlässlich einzusetzen. Beim Malen der weißen, gleißenden Strahlen habe sie dann plötzlich etwas Unangenehmes empfunden, "eine aufgesetzte Fröhlichkeit, um die anderen nicht zu enttäuschen; die anderen nicht spüren zu lassen, dass mein Strahlen nicht mehr echt ist." Sie scheint ihre eigenen Belastungsgrenzen jetzt genauer wahrzunehmen.
Malerin: Patientin mit Panikstörung und Agoraphobie, 33 Jahre
Thema: Was mag ich an mir? Was soll so bleiben wie es ist?
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